Laborwerte kennen und verstehen

 

Aufschluss über Gesundheit oder Krankheit sind heute meistens ohne unangenehme Untersuchungen möglich. Fast jede Krankheit zeigt Spuren in Blut, Urin oder Stuhl. Fast jede dritte Diagnose stützt sich auf Ergebnisse von Laboruntersuchungen.

Ich will nachfolgend auf einige wichtige Laborwerte eingehen. Beurteilen Sie selbst, wie gesund Sie eigentlich sind.

Folgende Faktoren beeinflussen die Laborwerte und können bei der Interpretation zu Fehlern führen:

1. Geschlecht: Bei vielen Laborwerten werden für Männer und Frauen unterschiedliche Normalwerte angegeben, die im Zusammenhang mit Körpergröße und Gewicht stehen.

2. Alter: Eine ganze Reihe von Blutwerten steigt ab dem fünfzigsten Lebensjahr an. Hierzu gehören vor allem: Rheumafaktoren, Cholesterin, Triglyzeride, Homocystein, Harnstoff, Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG, BKS), Zuckerbelastungstest und die Kreatinin-Clearance.

3. Ernährung: In Abhängigkeit von Zusammensetzung und Menge einer Mahlzeit und dem letzten Abstand der Mahlzeit von der Blutentnahme steigen die Blutspiegel von Werten wie Blutzucker und Fettsäuren an. Deshalb sollte die Blutentnahme in nüchternem Zustand, d. h. nach einer zwölfstündigen Nahrungspause erfolgen.

4. Alkohol: Der Konsum von Alkohol hat kurzfristig und auch langfristig Einfluss auf die Laborwerte, besonders auf die Leberwerte.

5. Medikamente: Zahlreiche Medikamente beeinflussen die Laborwerte, daher sollten Sie dem Arzt alle Arzneimittel benennen, die Sie einnehmen.

6. Körperliche Anstrengungen und Stress: Körperliche Anstrengungen, die weniger als drei Stunden zurückliegen, sogar längeres Stehen, führt zu einer Verfälschung der Messwerte. Vor der Blutentnahme ist es ratsam, sich auszuruhen.

7. Tageszeit: Der Hormonspiegel ist mehr oder weniger großen tageszeitlichen Schwankungen unterworfen, so ist z. B. der Kortisonwert morgens am höchsten. Daher ist die Blutentnahme zur gleichen Tageszeit wichtig.

8. Körperlage: Die Körperlage bei der Blutentnahme beeinflusst die Konzentration einzelner Stoffe erheblich. Deshalb sollte das Blut immer in derselben Körperlage entnommen werden.

Welche Laborwerte sollten nun aber zur Beurteilung des Patienten herangezogen werden?

Nachfolgend ein kurzer Überblick:


Alkalische Phosphatase (AP)

   

Normalwert:

Männer
Frauen

70 - 180 U/l
55 - 150 U/l

Aufgabe:

Enzym für Knochen, Leber, Gallenwege

 

Erhöhung:

Abflussstörung der Galle, Knochenabbau, Hepatitis,

 
     

Alpha-Amylase

   

Normalwert:

 

< 120 U/l

Aufgabe:

Enzym der Bauchspeicheldrüse

 

Erhöhung:

Entzündung der Bauchspeicheldrüse, akute Erkrankung der Bauchorgane,

 
     

Bilirubin

   

Normalwert:

Gesamt-Bilirubin
Direktes Bilirubin

0,2 - 1,1 mg/dl
< 0,3 mg/dl

Aufgabe:

Entsteht beim Abbau der roten Blutkörperchen.

 

Erhöhung:

Lebererkrankungen, Verschluss der Gallenwege, Anämie,

 
     

BKS, BSG

   

Normalwerte 1. Stunde
unter 50 Jahre
über 50 Jahre

Frauen
unter 20 mm
unter 30 mm

Männer
unter 15 mm
unter 20 mm

Aussage:

Senkungsgeschwindigkeit der Blutkörperchen.

 

Erhöhung:

Entzündungen, Rheuma, Tumorerkrankungen,

 

Erniedrigung:

Vermehrung der roten Blutkörperchen, Allergien,

 
     

Chlorid

   

Normalwert:

 

96 - 110 mmol/l

Aufgabe:

Regulierung des Wasserhaushaltes.

 

Erhöhung:

Erhöhte Kochsalzzufuhr, Durchfall.

 

Erniedrigung:

Salzverlust, starkes Erbrechen, Entwässerungstabletten.

 
     

Cholesterin

   

Idealwert:

 

< 200 mg/dl

Aufgabe:

Fettstoffwechsel

 

Erhöhung:

Cholesterinreiche Ernährung, hohe Heritabilität.

 

Erniedrigung:

Überfunktion der Schilddrüse, Leberschäden.

 
     

C-reaktives Protein (CRP)

   

Normalwert:

 

< 8,2 mg/l

Aussage:

Entzündungswert

 

Erhöhung:

Bei Entzündungen erhöht, die nicht lokal begrenzt sind.

 
     

Differenzialblutbild

 

Übersicht Leukozytengruppen

Stabkernige neutrophile Granulozyten

 

3 - 5 %

Segmentkernige neutrophile Granulozyten

 

50 - 70 %

Lymphozyten

 

25 - 45 %

Monozyten

 

3 - 7 %

Eosinophile Granulozyten

 

1 - 4 %

Basophile Granulozyten

 

0 - 1 %

     

Eiweiß (Gesamt-)

   

Normalwert:

 

6,8 - 8,5 g/dl

Aufgabe:

Bluteiweiße, Transport- und Abwehrfunktion.

 

Erhöhung:

Chronisch-entzündliche Erkrankungen.

 

Erniedrigung:

Mangelernährung, Nierenerkrankungen.

 
     

Erythrozyten

   

Normalwert

Männer
Frauen

4,5 - 5,9 Mill./microl
4,1 - 5,1 Mill./microl

Aufgabe:

Sauerstofftransport

 

Erhöhung:

Flüssigkeitsmangel, Lungenerkrankungen.

 

Erniedrigung:

Eisenmangel, Blutverlust.

 
     

Ferritin

   

Normalwert:

Männer
Frauen

20 - 500 microg/l
15 - 250 microg/l

Aufgabe:

Eisenvorrat

 

Erhöhung:

Bei erhöhtem Eisenwert.

 

Erniedrigung:

Eisenmangel.

 
     

Glukose

   

Normalwert:

nüchtern

3,6 - 5,5 mmol/l

Aufgabe:

Energieversorgung des Körpers.

 

Erhöhung:

Diabetes mellitus.

 

Erniedrigung:

Nach Anstrengung, zu hohe Insulingabe, Antibiotika, Alkohol.

 
     

Gamma-GT

   

Normalwert:

Männer
Frauen

bis 28 U/l
bis 18 U/l

Aufgabe:

Eiweißstoffwechsel, wichtiger Leberwert.

 

Erhöhung:

Leberentzündungen,Alkoholmissbrauch

 
     

GOT

   

Normalwert:

Männer
Frauen

bis 19 U/l
bis 15 U/l

Aufgabe:

Leberenzym.

 

Erhöhung:

Hepatitis, Leberzirrhose, Gallenerkrankung, Herzinfarkt.

 
     

GPT

   

Normalwert:

Männer
Frauen

bis 23 U/l
bis 19 U/l

Aufgabe:

Leberenzym.

 

Erhöhung:

Akute Leberentzündungen.

 
     

Hämatokrit

   

Normalwert:

Männer
Frauen

36 - 48 %
34 - 44 %

Aussage:

Anteil der festen Bestandteile im Blut.

 

Erhöhung:

Vermehrung der roten Blutkörperchen, Austrocknung.

 

Erniedrigung:

Blutarmut.

 
     

Hämoglobin

   

Normalwert:

Männer
Frauen

13,6 - 17,2 g/dl
12,0 - 15,0 g/dl

Aufgabe:

Blutfarbstoff.

 

Erhöhung:

Flüssigkeitsmangel, Austrocknung.

 

Erniedrigung:

Blutarmut.

 
     

Hämoglobin HbA1C

   

Normalwert:

 

< 6,5 %

Aussage:

Blutzuckerwert der letzten ein bis zwei Monate.

 

Erhöhung:

Erhöhte Blutzuckerwerte, falsche Ernährung.

 
     

Harnsäure

   

Normalwert:

Männer
Frauen

3,5 - 7,0 mg/dl
2,5 - 6,0 mg/dl

Aufgabe:

Abbauprodukt des Purinstoffwechsels.

 

Erhöhung:

Gicht, Fasten, Nierenerkrankungen.

 

Erniedrigung:

Hungerzustände, harnsäuresenkende Medikamente.

 
     

Harnstoff

   

Normalwert:

 

10 - 50 mg/dl

Aufgabe:

Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels.

 

Erhöhung:

Chronische Nierenschwäche, erhöhter Eiweißabbau.

 
     

HDL-Cholesterin

   

Normalwert:

 

> 40 mg/dl

Aufgabe:

Blutfett

 

Erhöhung:

Relativer Schutz vor Arteriosklerose.

 

Erniedrigung:

Arterioskleroserisiko erhöht.

 
     

Kalium

   

Normalwert:

 

3,6 - 5,0 mmol/l

Aufgabe:

Erregungsleitung an Nerven und Muskeln, wichtig für Erregungsleitung am Herzen.

 

Erhöhung:

Nierenerkrankungen, Medikamente.

 

Erniedrigung:

Erhöhte Verluste, z. B. Durchfall, Wassertabletten, Abführmittel.

 
     

Kalzium

   

Normalwert:

 

2,2 - 2,65 mmol/l

Aufgabe:

Knochenaufbau, Reizleitung von Nerven auf Muskeln.

 

Erhöhung:

Überfunktion der Nebenschilddrüse, Überdosierung von Vitamin D.

 

Erniedrigung:

Unterfunktion der Nebenschilddrüse, Mangel an Vitamin D.

 
     

Kreatinin

   

Normalwert:

Männer
Frauen

< 1,2 mg/dl
< 0,9 mg/dl

Aufgabe:

Endprodukt des Muskelstoffwechsels.

 

Erhöhung:

Chronische Nierenerkrankungen.

 
     

Kreatinin-Clearance

   

Normalwert:

Männer
Frauen

95 - 160 ml/min
60 - 140 ml/min

Aussage:

Überprüfung der Nierenfunktion.

 

Erniedrigung:

Nierenschwäche, Nierenerkrankung.

 
     

LDH (Laktat-Dehydrogenase)

   

Normalwert:

 

< 240 U/l

Aufgabe:

Enzym

 

Erhöhung:

Herzinfarkt, Hepatitis.

 
     

LDL-Cholesterin

   

Normalwert:

 

< 135 mg/dl

Aufgabe:

Blutfett

 

Erhöhung:

Arterioskleroserisiko erhöht

 

Erniedrigung:

Arterioskleroserisiko gesenkt.

 
     

Leukozyten

   

Normalwert:

 

4000 - 10000 /micrl

Aufgabe:

Abwehrfunktion

 

Erhöhung:

Entzündungen (bakterielle), Infektionen.

 

Erniedrigung:

Virusinfektionen, Strahlen- und/oder Chemotherapie

 
     

Lipase

   

Normalwert:

 

< 190 U/l

Aufgabe:

Enzym der Bauchspeicheldrüse.

 

Erhöhung:

Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, akute Erkrankung der Bauchorgane.

 
     

Lipoprotein (a)

   

Normalwert:

 

< 25 mg/dl

Aufgabe:

Blutfett

 

Erhöhung:

Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankung.

 
     

Lymphozyten

   

Normalwert:

 

1500 - 3000 /microl

Aufgabe:

Gruppe der weißen Blutkörperchen, Abwehrfunktion.

 

Erhöhung:

Infektionskrankheiten, Hepatitis.

 

Erniedrigung:

Tumorerkrankungen,Aids,Strahlentherapie.

 
     

Magnesium

   

Normalwert:

 

0,7 - 1,0 mmol/l

Aufgabe:

Erregungsübertragung zwischen Nerven und Muskeln.

 

Erhöhung:

Nierenerkrankungen, magnesiumhaltige Medikamente.

 

Erniedrigung:

gestörte Aufnahme durch den Darm, Alkohol.

 
     

Monozyten

   

Normalwert:

 

285 - 500 /microl

Aufgabe:

Fresszellen, Gruppe der weißen Blutkörperchen.

 

Erhöhung:

Darmentzündungen, abklingende Infektionen.

 
     

Natrium

   

Normalwert:

 

135 - 150 mmol/l

Aufgabe:

Regulierung des Wasserhaushalts.

 

Erhöhung:

Flüssigkeitsmangel, chronische Nierenerkrankungen.

 

Erniedrigung:

Entwässerungstabletten, Nierenschwäche, Herzschwäche.

 
     

Phosphat

   

Normalwert:

 

2,6 - 4,5 mg/dl

Aufgabe:

Bestandteil der Knochen.

 

Erhöhung:

Nierenerkrankungen,Knochentumor,Unterfunktion der Nebenschilddrüse.

 

Erniedrigung:

Alkoholmissbrauch, Nierenschwäche,Überfunktion der Nebenschilddrüse.

 
     

PTT (Partielle Thromboplastinzeit)

   

Normalwert:

 

28 - 40 Sekunden

Aussage:

Maßstab für die Blutgerinnung.

 

Erhöhung:

Therapie mit Heparin, schwere Lebererkrankungen.

 
     

Quickwert

   

Normalwert:

 

70 - 130 %

Aussage:

Maßstab für die Blutgerinnung.

 

Erniedrigung:

Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten, schwere Lebererkrankungen.

 
     

Rheumafaktoren

   

Normalwert:

 

negativ (= nicht vorhanden)

Aussage:

Nachweisbar bei rheumatischer Arthritis.

 
     

Thrombozyten

   

Normalwert:

 

140.000 - 400.000 /microl

Aufgabe:

Zuständig für Blutgerinnung.

 

Erhöhung:

Infektionskrankheiten, Tumorerkrankungen.

 

Erniedrigung:

Leukämie, Medikamente, Alkohol.

 
     

Thyroxin (T4)

   

Normalwert:

T4
freies T4

55 - 110 microg/l
8 - 18 ng/l

Erhöhung:

Überfunktion der Schilddrüse.

 

Erniedrigung:

Unterfunktion der Schilddrüse.

 
     

Trijodthyronin (T3)

   

Normalwert:

T3
freies T3

0,9 - 1,8 microg/l
3,5 - 8,0 ng/l

Erhöhung:

Überfunktion der Schilddrüse.

 

Erniedrigung:

Unterfunktion der Schilddrüse.

 
     

TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon)

   

Normalwert:

 

0,3 - 4,3 mU/l

Aufgabe:

Anregung der Schilddrüsenhormone.

 

Erhöhung:

Unterfunktion der Schilddrüse.

 

Erniedrigung:

Überfunktion der Schilddrüse.

 
     

Transferrin

   

Normalwert:

 

200 - 400 mg/dl

Aufgabe:

Transporteiweiß für Eisen.

 

Erhöhung:

Eisenmangel, Schwangerschaft.

 

Erniedrigung:

Entzündungen, Eiweißverlust, Lebererkrankungen.

 
     

Triglyzeride

   

Normalwert:

 

< 200 mg/dl

Aufgabe:

Blutfett

 

Erhöhung:

ernährungsbedingt, Lebererkrankungen.

 

Erniedrigung:

Schilddrüsenüberfunktion.

 
     

Zink

   

Normalwert:

 

60 - 120 microg/dl Serum

Aufgabe:

Wundheilung und Abwehrsystem.

 

Erhöhung:

Unkontrollierte übermäßige Zinkaufnahme.

 

Erniedrigung:

Chronische Infektionen, Schwermetallbelastung.

 
     

Wolfgang Budde, 29.03.2006

   


Wie wirkt Klino-Vital?

 

Mit Klino-Vital ist es möglich, die o. g. Laborwerte günstig zu beeinflussen. Das ist im Tierversuch hinlänglich bewiesen worden.

Wie geht das, welche Wirkungsweise liegt dem zugrunde?

Tasten wir uns langsam an dieses Thema heran.

Vor seiner Aufnahme in die Blutbahn (Resorption) muss Klino-Vital Barrieren überwinden. Diese Barrieren grenzen den Körper von seiner Umgebung ab, sie trennen internes und externes Milieu. Diese Grenze bilden die äußere Haut und die Schleimhäute.

Erfolgt die Resorption aus dem Darm (enterale Resorption), so ist das Darmepithel die Barriere. Das einschichtige Darmepithel besteht aus Enterozyten und schleimsezernierenden Becherzellen. Diese Zellen sind zur Darmlumenseite hin untereinander durch Zonulae occludentes verbunden.

Eine Zonula occludens (Verschlusskontakt, tight junction) ist ein Bereich, in dem sich die Phospholipid-Membranen zweier benachbarter Zellen sehr eng annähern und über Membran-integrierte Proteine miteinander verbunden sind. Dieser Bereich umgibt die Zelle ringförmig, sodass die einzelnen Zellen lückenlos mit ihren Nachbarzellen "vernietet" sind und sich insgesamt eine kontinuierliche Barriere zwischen den beiden durch die Zellschicht getrennten Räumen ergibt, im Fall des Darmes zwischen Darmlumen und Interstitium. Die Effektivität, mit der dieses Hindernis den Stoffaustausch beeinträchtigt, kann durch eine Mehrreihigkeit der "Vernietung" gesteigert werden. So geschieht es z. B. beim Endothel der Hirngefäße. Die Verbindungsproteine scheinen auch dazu zu dienen, eine Vermischung von Funktionsproteinen (Ionenpumpe, Ionenkanäle) zu verhindern, die für die getrennten Zellmembranbereiche charakteristisch sind.

Klino-Vital setzt genau an diesem Punkt an, da seine physikochemischen Eigenschaften einen Durchtritt durch das lipophile Innere der Phospholipid-Doppelschicht ermöglichen bzw. ein spezieller Transportmechanismus verfügbar ist. Somit ist Klino-Vital enteral resorbierbar.

Die Resorbierbarkeit wird charakterisiert durch die Resorptionsquote (resorbierte Menge dividiert durch die im Darm zur Resorption bereitstehende Menge).

Klino-Vital wird in einer bestimmten genau definierten Korngröße hergestellt. Hierbei ist zu beachten, dass ich unterscheiden muss, was ich mit Klino-Vital erreichen will. Eine Bindung der Schadstoffe im Darm ist nur mit intakten kristallinen Strukturen möglich, diese wiederum sind zu groß, um enteral resorbiert zu werden. Wir haben uns für ein bestimmtes Verhältnis der Mikrokörner zu den Nanobestandteilen entschieden, damit garantieren wir eine optimale Wirkungsweise.

Gehen wir davon aus, dass sich die gewünschte Menge Klino-Vital im Blut befindet. Wie geht es nun weiter?

Klino-Vital wird mit dem Blut in die einzelnen Gewebe des Körpers transportiert. Der Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe geschieht im Wesentlichen imBereich der Kapillaren. Im weitverzweigten kapillären Strombett ist die Austauschfläche am größten und die Austauschzeit am längsten (geringe Strömungsgeschwindigkeit). Die Kapillarwand bildet also die Blut-Gewebe-Schranke. Sie besteht im Prinzip aus einer Endothelzellschicht und der diese umhüllenden Basalmembran. Die Endothelzellen sind untereinander durch Zellhaften (Zonula occludens)so "vernietet", dass zwischen ihnen keine Spalten, Lücken oder Poren auftreten, durch die ein beliebiger Stoff ungehindert aus dem Blut in die Interstitialflüssigkeit übertreten könnte.

Alles vorbei, Klino-Vital bleibt im Blut und wird dort ewig kreisen? Nein, das ist nicht der Fall!

Die Blut-Gewebe-Schranke ist in den Kapillarnetzen des Körpers unterschiedlich ausgebildet. Die Durchlässigkeit der Kapillarwand für einzelne Stoffe, so auch für Klino-Vital, wird von den Bau- und Funktionseigentümlichkeiten der Endothelzellen bestimmt.

In den meisten Kapillarnetzen, z. B. im Herzmuskel, sind die Endothelzellen durch eine ausgeprägte transzytotische Aktivität gekennzeichnet. Dies zeigt sich an den zahlreichen Einstülpungen und Bläschen in der Endothelzelle.

Transzytotische Aktivität bedeutet einen Transport von Flüssigkeit aus der Blutbahn in das Interstitium und umgekehrt. Mit der Flüssigkeit können die in ihr gelösten Stoffe, so auch Klino-Vital, die Blut-Gewebe-Schranke überwinden! Bei dieser Transportart spielen die physikochemischen Eigenschaften der einzelnen Stoffe eine untergeordnete Rolle.

Darüber hinaus gibt es Kapillarnetze, z. B. im Pankreas, in denen die Endothelzellen sogenannte Fenster aufweisen. Zwar sind die Zellen untereinander durch Zellhaften eng verbunden, doch treten in ihnen Poren auf, die lediglich ein sogenanntes Diaphragma enthalten. Dieses Diaphragma und die Basalmembran können von niedermolekularen Stoffen ungehindert überwunden werden, allerdings auch von Makromolekülen. Das Durchtrittsvermögen wird von der Größe und der Ladung des Makromoleküls bestimmt. Endothelzellen mit intrazellulärer Fensterung finden wir besonders im Darm und endokrinen Drüsen.

Im Gehirn und im Rückenmark, also im ZNS, besitzen die Endothelzellen keine Poren und eine transzytotische Aktivität ist kaum vorhanden. M. E. kann Klino-Vital die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden.

Keinerlei Schranke für den Stoffaustasch zwischen Blut und Interstitium existiert in der Leber. Hier haben die Endothelzellen große Fenster (100 nm Durchmesser) zum Disse-Raum. Diaphragma und Basalmembran sind nicht vorhanden und behindern somit nicht den Stoffaustausch.

Andere Diffusionsbarrieren, so die Plazenta-Schranke und die Blut-Hodenschranke spielen nur eine untergeordnete Rolle, ich will nicht näher darauf eingehen.

 

Copyright Dr. Budde 02/2008